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BEG: die neue Förderung für energieeffiziente Häuser

Wer in einem energieeffizienten Haus wohnt, spart Energiekosten und leistet einen Beitrag zum Klimaschutz. Die Bundesregierung belohnt den Neubau von Effizienzhäusern und energetische Sanierungen mit einer attraktiven Förderung. Im Rahmen der „Bundesförderung für effiziente Gebäude“ (BEG) werden die Förderprogramme zum 1. Juli 2021 angepasst. Wir zeigen Ihnen die wichtigsten Änderungen und wie Sie künftig noch mehr profitieren können.

Förderung für Energieeffizienzhäuser neu aufgestellt

Der Klimaschutz ist eine der zentralen Herausforderungen unserer Zeit. Um der Erderwärmung entgegenzuwirken, hat die Bundesregierung das Ziel gesetzt, die Emission von Treibhausgasen wie CO2 deutlich zu reduzieren. Ein wichtiger Baustein hierfür sind energieeffiziente Gebäude. Je weniger Energie benötigt wird, um Gebäude zu heizen und mit Strom zu versorgen, desto weniger klimaschädliches CO2 wird ausgestoßen.

 

Um Immobilienbesitzern den Bau oder die Sanierung energieeffizienter Gebäude noch schmackhafter zu machen, hat die Bundesregierung die Förderung neu aufgestellt. Unter dem Titel „Bundesförderung für effiziente Gebäude“ (BEG) gehen am 1. Juli 2021 neue Förderprogramme an den Start, von denen auch Sie als Besitzer oder Käufer einer Wohnimmobilie profitieren können. Die jetzigen Förderprogramme laufen zum 30. Juni 2021 aus.

Was bringt die BEG? Die wichtigsten Neuerungen auf einen Blick

Welche Änderungen bei der Förderung energieeffizienter Wohnungen und Häuser gibt es? Wir nennen Ihnen die wichtigsten Neuerungen der BEG für Wohngebäude.

  • Höhere Zuschüsse bei besonders effizienten Bauvorhaben
  • Mehr Übersichtlichkeit: Die Zahl der Förderprogramme verringert sich. Künftig decken ein Kredit und zwei Zuschüsse alle Vorhaben rund um Ihr energieeffizientes Zuhause ab.
  • Freie Wahl: Sie wählen zwischen einem zinsgünstigen Förderkredit mit Tilgungszuschuss oder einem Investitionszuschuss ohne Kredit.
  • Vereinfachte Beantragung: Die Förderung der Baubegleitung durch einen Energieeffizienzexperten können Sie künftig gemeinsam mit der Förderung Ihres Bau- oder Sanierungsvorhabens beantragen.
  • Neue Abstufungen der Effizienzhaus-Standards: Die Förderung wird noch attraktiver, wenn Sie die „Erneuerbare-Energien-Klasse“ oder „Nachhaltigkeits-Klasse“ erreichen.
  • Zusammenspiel von KfW und BAFA: Ab 2023 gibt es eine neue Aufgabenverteilung unter den Fördermittelgebern: Kredite mit Tilgungszuschuss werden von der KfW, Investitionszuschüsse vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) vergeben. Der Zuschuss für energetische Einzelmaßnahmen wird bereits seit Januar 2021 vom BAFA angeboten.

Wichtig : Reihenfolge einhalten!

Eine der wichtigsten Neuerungen betrifft die Reihenfolge von Beantragung und Vorhabensbeginn. Künftig gilt die strenge Vorgabe: Erst stellen Sie den Förderantrag, dann beginnen Sie mit Ihrem Vorhaben. Unter dem Vorhabensbeginn wird dann der Abschluss eines Liefer- und Leistungsvertrags oder eines Kaufvertrags verstanden. Eine rückwirkende Beantragung von Fördergeldern für bereits begonnene Projekte ist nicht möglich! Eine Ausnahme ist unter bestimmten Bedingungen für Förderkredite möglich: Sie führen vor der Vertragsunterzeichnung ein Finanzierungsgespräch mit Ihrer Bank und bestätigen auf einem dafür vorgesehenen Formular Ihre Absicht, einen Förderkredit in Anspruch zu nehmen. In dem Fall können Sie einen Liefer- und Leistungsvertrags abschließen, bevor Sie den Kredit bei der KfW beantragen. Die Baumaßnahmen vor Ort dürfen allerdings keinesfalls vor dem Kreditantrag beginnen.

Bitte beachten sie, dass die Definition des Vorhabensbeginns bei den BEG-Förderprogrammen von der bisher gültigen Definition abweicht. Aktuell wird bei Bau- und Sanierungsvorhaben noch der Start der Bauarbeiten als Vorhabensbeginn verstanden.

Ihr Vorhaben könnte von den Änderungen in Bezug auf den Vorhabensbeginn betroffen sein? Wir empfehlen ein Beratungsgespräch mit einer Genossenschaftsbank in Ihrer Nähe, um die optimale Förderung Ihres Vorhabens sicherzustellen .

Tilgungszuschuss, Investitionszuschuss – was ist der Unterschied?

Zuschüsse sind ein wichtiger Baustein der BEG-Förderung und ausschlaggebend für die Attraktivität der Förderprogramme. Bei einem „normalen“ Zuschuss – zur Vermeidung von Verwechslungen nutzen wir hier den Begriff „Investitionszuschuss“ – überweist Ihnen der Fördermittelgeber die Zuschusssumme, nachdem Sie die korrekte Umsetzung nachgewiesen haben. Sie stemmen die Finanzierung Ihres Vorhabens also grundsätzlich selbst, bekommen aber als Belohnung für Ihren Beitrag zum Klimaschutz einen Teil der Investitionen zurückerstattet.

Die Förderkredite der KfW sind dagegen mit einem sogenannten Tilgungszuschuss ausgestattet: Der reduziert die Summe, die Sie an den Kreditgeber zurückzahlen müssen. Wenn Sie also einen Förderkredit in Höhe von 150.000 Euro aufnehmen und einen Tilgungszuschuss in Höhe von 25 % des Kreditbetrags, also 37.500 Euro erhalten, müssen Sie nur 112.500 Euro zurückzahlen. Erfahren Sie mehr über die Funktionsweise von Tilgungszuschüssen in diesem Beitrag .

In Kürze zusammengefasst:

  • Investitionszuschuss: Direktüberweisung des Förderinstituts
  • Tilgungszuschuss: Verringerung der Tilgungssumme eines Förderkredits

Welche Variante für Ihr Vorhaben in Frage kommt, hängt von Ihrem verfügbaren Eigenkapital und der Größe des Vorhabens ab. Planen Sie beispielsweise einen Hausbau oder eine umfassende Altbausanierung und müssen hierfür ohnehin einen Kredit aufnehmen, lohnt sich die Kombination aus niedrig verzinstem Förderkredit und Tilgungszuschuss. Benötigen Sie keinen Kredit, können Sie auf den Investitionszuschuss zurückgreifen und Ihre Investition so günstiger werden lassen. Für beide Varianten gilt:

  • Der Zuschuss wird erst dann gewährt, wenn Sie die Umsetzung Ihres Vorhabens gemäß den Vorgaben nachgewiesen haben.
  • Je energieeffizienter ihr neu gebautes oder saniertes Wohngebäude ist, desto höher fällt der Zuschuss aus.
  • Die beiden Zuschussvarianten sind gleich hoch. Wenn Sie also beispielsweise ein Effizienzhaus 40 bauen, erhalten Sie entweder einen Tilgungszuschuss von 20 % der Kreditsumme oder einen Investitionszuschuss in Höhe von 20 % der förderfähigen Investitionskosten. Die Obergrenzen für die Kreditsumme und der förderfähigen Kosten stimmen ebenfalls überein.

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Häufig gestellte Fragen