Die Nachhaltigkeitsklasse: Qualitätssiegel für Ihr KfW-Effizienzhaus

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Die Nachhaltigkeitsklasse: Qualitätssiegel für Ihr KfW-Effizienzhaus

Zuletzt aktualisiert am 22. August 2022

Die attraktive BEG-Förderung der KfW gibt es für Neubauten nur noch, wenn diese den Standard Nachhaltigkeitsklasse erreichen. Eine Voraussetzung dafür ist die Zertifizierung mit dem Qualitätssiegel Nachhaltiges Gebäude. In diesem Artikel erfahren Sie, was die Kriterien für die Nachhaltigkeitszertifizierung sind, wie Sie das Siegel erhalten und wie Sie dabei von staatlicher Förderung profitieren.

Nachhaltigkeitsklasse: Voraussetzung für attraktive Neubau-Förderung der KfW

Mit der Einführung der Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) im Jahr 2021 tauchte ein neuer Begriff in der Fördermittelbranche auf: Die Nachhaltigkeitsklasse (NH). Dabei handelt es sich um eine neue Abstufung bei der Klassifizierung von Effizienzhäusern. So kann ein KfW-Effizienzhaus 40 durch die Erfüllung zusätzlicher Kriterien zum Effizienzhaus 40 NH aufgewertet werden.


Zu Beginn der BEG sorgte diese Aufwertung für noch günstigere Konditionen bei KfW-Förderkrediten und Zuschüssen. Nach einigen Anpassungen der Effizienzhaus-Förderung gilt nun: Nur, wenn ein neu gebautes Haus den Effizienzhaus-Standard 40 NH erreicht, ist die Finanzierung mit einem günstigen KfW-Förderkredit aus dem BEG-Programm möglich.


Die Nachhaltigkeitsklasse und das dafür notwendige Qualitätssiegel Nachhaltiges Gebäude sind also neben dem Effizienzhaus-Standard die Voraussetzung für die attraktive BEG-Neubau-Förderung.

Was ist das Qualitätssiegel Nachhaltiges Gebäude?

Die Auszeichnung Nachhaltigkeitsklasse bekommt ein Haus, indem es die Effizienzhaus-Kriterien bei den Messgrößen Primärenergiebedarf und Transmissionswärmeverlust einhält sowie das Qualitätssiegel Nachhaltiges Gebäude erlangt. Dieses staatliche Siegel wurde im Rahmen der BEG eingeführt und kennzeichnet Gebäude, die in besonderer Weise zu einer nachhaltigen Entwicklung beitragen.

Beim Nachhaltigkeitssiegel gibt es zwei Abstufungen:

  • QNG-PLUS: Die Kriterien für nachhaltiges Bauen werden überdurchschnittlich erfüllt
  • QNG-PREMIUM: Die Kriterien für nachhaltiges Bauen werden deutlich überdurchschnittlich erfüllt

Diese Differenzierung bietet nicht nur den Bauherrinnen und Bauherren eine gute Einschätzung darüber, wie nachhaltig Ihr Haus ist. Auch auf dem Immobilienmarkt könnten sich das Siegel und seine Abstufungen als zusätzlicher Faktor für die Bestimmung des Marktwerts etablieren.

Kriterien für den Erhalt des Qualitätssiegels

Was genau macht ein Gebäude nachhaltig? Ähnlich umfassend und vielfältig wie der Begriff der Nachhaltigkeit sind auch die Kriterien für den Erhalt des Qualitätssiegels. Zunächst gibt es einige Grundanforderungen:

  • Komfort & Funktionalität: Barrierefreiheit, thermischer Komfort, Beleuchtung, Schallschutz
  • Ressourceninanspruchnahme und Umweltwirkung: Flächeninanspruchnahme, Ressourceninanspruchnahme und Wirkungen auf die Umwelt, Rückbau- und Recyclingfreundlichkeit, Gesundheits- und Umweltfreundlichkeit der Bauprodukte, Trinkwasserbedarf
  • Effizienz, Kosten und Wertstabilität: Flexibilität bei sich ändernden Bedürfnissen der Bewohner, effiziente Nutzung der Fläche, optimale Nutzung des Gebäudes

Zusätzlich zu den Grundanforderungen müssen Gebäude die sogenannten „besonderen Anforderungen“ erfüllen, um das Qualitätssiegel erhalten zu können. Hierbei handelt es sich um ausgewählte Merkmale nachhaltiger Gebäude, die ein besonders hohes öffentliches Interesse haben.

  • Treibhausgase und Primärenergie: Grenzwerte für die Emission von Treibhausgasen sowie für den Bedarf an nicht erneuerbarer Primärenergie (PEne) im Gebäudelebenszyklus
  • Nachhaltige Materialgewinnung: Ein Mindestanteil der verbauten Hölzer, Holzprodukte und Holzwerkstoffe müssen aus nachhaltiger Forstwirtschaft stammen
  • Schadstoffvermeidung in Baumaterialien: Konkrete Anforderung an die verwendeten Baustoffe
  • Altersgerechtes Wohnen: Erfüllung der sogenannten „ready“-Kriterien, die das Wohnen mit körperlichen Einschränkungen vereinfachen

Details zu den Kriterien der Zertifizierung finden Sie im Handbuch des Qualitätssiegels Nachhaltiges Gebäude. Das Handbuch und viele weitere Detailinformationen werden auf dem Informationsportal Nachhaltiges Bauen angeboten.

Nachhaltigkeitsexpertinnen- und -experten unterstützen bei der Zertifizierung

Wie kommen Sie an das Nachhaltigkeitszertifikat für Ihr Haus? Der erste Schritt, den Sie als Bauherrin oder Bauherr gehen sollten, ist die Beauftragung einer Nachhaltigkeitsexpertin oder eines Nachhaltigkeitsexperten. Diese beraten sie bei der Planung und Ausführung des Bauprojekts, stellen die für die Zertifizierung notwendigen Unterlagen zusammen und übergeben sie an die Zertifizierungsstelle.

 

Eine Nachhaltigkeitsexpertin oder einen Nachhaltigkeitsexperten finden Sie über die Zertifizierungsstellen.

Übrigens: Die Kosten für die Leistungen der Nachhaltigkeitsexpertinnen oder Nachhaltigkeitsexperten werden gefördert. Bei einem Einfamilienhaus sparen Sie so 50 % der Kosten, maximal 5.000 Euro. Sie beantragen diese Förderung gemeinsam mit dem Förderkredit für den Bau Ihres Effizienzhauses.

Mit Nachhaltigkeitszertifikat von günstigem KfW-Förderkredit profitieren

Mit dem Qualitätssiegel Nachhaltiges Gebäude und der Einhaltung der Effizienzhaus-Kriterien erfüllen Sie die Voraussetzungen, Ihr Bauvorhaben mit den attraktiven Konditionen für Effizienzhäuser der Nachhaltigkeitsklasse fördern zu lassen. Der KfW-Förderkredit „BEG Wohngebäude Kredit Effizienzhaus“ mit der Programmnummer 261 bietet günstige Zinsen und einen Tilgungszuschuss, sodass Sie einen Teil der Kreditsumme nicht zurückzahlen müssen.

Gut zu wissen: Die BEG-Förderung beantragen Sie, bevor Sie mit Ihrem Vorhaben beginnen. Mit Ihrem Antrag geben Sie zunächst die Absicht an, ein Effizienzhaus der Nachhaltigkeitsklasse zu bauen, schließlich liegt Ihnen das Qualitätssiegel zu diesem Zeitpunkt noch nicht vor. Die Zertifizierungsstelle vergibt es nach der Fertigstellung des Neubaus und der Prüfung aller Unterlagen. Nach der Durchführung des Bauvorhabens reichen Sie die Zertifizierung zusammen mit anderen Nachweisen über Ihre Hausbank bei der KfW ein.

Fördermittel-Beratung für Ihr nachhaltiges Neubau-Vorhaben

Sie möchten die bestmögliche Förderung für Ihren Hausbau erhalten? Die Finanzierungsexpertinnen und -experten der Genossenschaftsbanken unterstützen Sie dabei. Finden Sie hier eine Genossenschaftsbank in Ihrer Nähe.


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Fördermittel für Sie:

KfW BEG Wohngebäude Kredit Effizienzhaus (261)

  • Bauen, Kaufen, Sanieren
  • Energieeffizienz, Wohneigentum, Erneuerbare Energien, Heizen
  • bundesweit
  • bis zu 150.000 Euro Darlehen mit Tilgungszuschuss bis zu 37.500 Euro

Die KfW fördert den Neubau und die die energetische Sanierung zum KfW-Effizienzhaus mit einem zinsgünstigen Kredit von bis zu 150.000 Euro und einem Tilgungszuschuss von bis zu 37.500 Euro (Sanierung) oder 6.000 Euro (Neubau).

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