Der Kauf einer Immobilie ist eine der größten finanziellen Entscheidungen im Leben. Zwar hat sich der Immobilienmarkt nach den starken Schwankungen der vergangenen Jahre etwas stabilisiert, dennoch stehen Kaufinteressierte auch im Jahr 2026 vor Herausforderungen. Steigende Energiekosten, hohe Nebenkosten und veränderte Finanzierungsbedingungen machen eine gute Vorbereitung wichtiger denn je. Wir geben einen Überblick was beim Immobilienkauf zu beachten ist.
Stabile Preise, aber hohe Einstiegskosten
Der deutsche Immobilienmarkt ist weiterhin durch eine hohe Nachfrage geprägt, vor allem bleiben Wohnimmobilien in Ballungsräumen und gut angebundenen Lagen gefragt. Gleichzeitig sorgen hohe Bau- und Finanzierungskosten dafür, dass der Kauf gut kalkuliert werden muss.
Neben dem eigentlichen Kaufpreis sollten Käuferinnen und Käufer die Nebenkosten nicht unterschätzen. Dazu zählen Grunderwerbsteuer, Notar- und Grundbuchkosten sowie gegebenenfalls Maklerprovisionen.
Finanzierung sorgfältig planen
Auch 2026 spielt die Finanzierung eine zentrale Rolle beim Immobilienkauf. Banken legen weiterhin großen Wert auf ausreichendes Eigenkapital und eine realistische Haushaltsrechnung. Zudem empfiehlt es sich, finanzielle Spielräume für Instandhaltung und unvorhergesehene Ausgaben einzuplanen. Eine langfristig ausgerichtete Finanzierung kann dazu beitragen, Planungssicherheit zu schaffen. Allerdings gilt auch: Wenn Sie sich durch eine lange Zinsbindung vor steigenden Zinsen schützen möchten, zahlen Sie als Gegenleistung für die erhöhte Planungssicherheit einen Zinsaufschlag.
Energieeffizienz im Blick behalten
Der energetische Zustand einer Immobilie gewinnt weiter an Bedeutung. Gesetzliche Vorgaben, steigende Energiekosten und der Wunsch, möglichst energiesparend und klimafreundlich zu leben, machen Energieeffizienz zu einem entscheidenden Faktor. Bei Bestandsimmobilien sollten Käuferinnen und Käufer notwendige Sanierungsmaßnahmen und die dafür anfallenden Kosten sorgfältig prüfen: Entspricht die Heizungsanlage den heutigen und zukünftigen Anforderungen? Ist das Haus gut gedämmt? Der Energieauswies liefert hierfür eine wichtige erste Orientierung. Um ein detailliertes und unabhängiges Bild vom energetischen Zustand der Immobilie zu erhalten, empfiehlt es sich, eine professionelle Energieberatung in Anspruch zu nehmen. Unser Partner NOVO setzt dabei größtenteils auf digitale Prozesse und ist damit schneller und kostengünstiger als viele Wettbewerber.
Förderungen gezielt nutzen
Beim Immobilienkauf und bei energetischen Sanierungen stehen auch 2026 verschiedene staatliche Förderprogramme, insbesondere die der KfW, als zinsgünstige Kredite für unterschiedliche Zielgruppen zur Verfügung.
Das KfW-Wohneigentumsprogramm (124) unterstützt den Kauf oder Bau von selbstgenutztem Wohneigentum. Es kann für den Neubau als auch für den Kauf von Bestandsimmobilien eingesetzt werden, ohne dass spezielle Anforderungen an die Energieeffizienz der Immobilie erfüllt werden müssen. Damit ist das Wohneigentumsprogramm der flexibel einsetzbare „Allrounder“ unter den Förderkrediten und ein attraktiver Baustein für viele Immobilienfinanzierungen.
Mit dem Kredit BEG Wohngebäude – Effizienzhaus (261) fördert die KfW die energetische Sanierung von Wohngebäuden. Voraussetzung ist, dass das Gebäude nach der Sanierung mindestens den Effizienzhaus-Standard 85 erreicht. Besonders attraktiv macht das Programm der sogenannte „Tilgungszuschuss“: Einen Teil des Kredits müssen Sie nicht zurückzahlen.
Familien mit mittlerem Einkommen können das Programm Wohneigentum für Familien – Bestandserwerb (308) nutzen. Es richtet sich an Haushalte mit Kindern, die eine sanierungsbedürftige Bestandsimmobilie erwerben und anschließend energetisch verbessern. Die mögliche Kredithöhe hängt von der Anzahl der im Haushalt lebenden Kinder ab.
Die KfW fördert außerdem den Neubau oder den Erstkauf von besonders klimafreundlichen Wohngebäuden zur Selbstnutzung über das Programm Klimafreundlicher Neubau (297). Dafür wird vorausgesetzt, dass das Gebäude mindestens den KfW-Effizienzhaus-Standard 40 erreicht und ausschließlich mit erneuerbaren Energien beheizt wird. Durch Zertifizierung des Hauses mit dem „Qualitätssiegel Nachhaltiges Gebäude (QNG)“ kann der Kreditbetrag sogar auf bis zu 150.000 Euro erhöht werden.
Für einen befristeten Zeitraum wurde im Programm „Klimafreundlicher Neubau“ aktuell die Förderung eines KfW 55 Wohngebäudes reaktiviert. Lesen sie dazu gerne hier weiter:
> Klimafreundlicher Neubau: KfW fördert wieder Effizienzhaus-Standard 55
Kompetente Fördermittel-Beratung
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Zusammenfassend lässt sich sagen
Förderprogramme können den Immobilienkauf und notwendige Sanierungen finanziell unterstützen. Welche Förderungen infrage kommen, hangt vom Vorhaben, der Immobilie und den persönlichen Voraussetzungen ab. Eine frühzeitige Prüfung ist empfehlenswert.