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Pelletheizung: Attraktive Förderung für ein kleines Energiewunder

Zuletzt aktualisiert am 24. August 2022

Sie möchten zukünftig kostenbewusst und klimaschonend heizen, suchen aber noch nach der passenden Alternative zu herkömmlichen Brennstoffen wie Gas oder Öl? Dann könnte die Pelletheizung das Richtige für Sie sein: Sie nutzt den nachwachsenden Rohstoff Holz, um CO2-neutral Wärme zu erzeugen. „Warm ums Herz“ könnte Ihnen auch bei der staatlichen Förderung werden.  

Dass die Energiekosten kontinuierlich steigen, ist schon lange kein Geheimnis mehr. Verbraucherinnen und Verbraucher haben sich in den letzten Monaten in vielen Bereichen auf deutlich erhöhte Preise eingestellt. Während sich beim Einkaufen oder Tanken vielleicht noch ein paar Euro sparen lassen, müssen andere Anschaffungen warten. Viele schauen in diesen Zeiten noch genauer, welcher Nutzen den anfallenden Kosten gegenübersteht. So geht es Ihnen auch bei Ihrer Heizung. Ein Austausch steht an, aber die passende Alternative mit Energie-Einspar-Potenzial haben Sie noch nicht gefunden? Dieses Potenzial könnten Sie mit dem Einbau einer Pelletheizung - inklusive einer positiven Umweltbilanz - heben.  

Was ist eine Pelletheizung und wie funktioniert sie?

Eine Pelletheizung ist eine Zentralheizung, die aus Sägespänen und anderen Holzresten gepresste, etwa drei Zentimeter lange, Holzstäbchen verbrennt. Die sogenannten Pellets werden dafür von einem Lagerraum oder Vorratsbehälter in den meisten Fällen automatisch in den Pelletkessel transportiert, in einer Brennkammer gezündet und verbrannt. Da dieser Prozess laufend durch einen Messfühler gesteuert und überwacht wird, ist die Pelletheizung enorm effizient: 90 % der Energie aus dem verbrannten Holz können so zum Heizen genutzt werden. Die entstandene Hitze erwärmt einen integrierten Wärmetauscher, der die Energie in den Heizkreislauf weiterleitet.


Mit einem zusätzlichen Pufferspeicher erhöht sich die Leistung der Heizung noch: Der gedämmte und mit Heizungswasser gefüllte Behälter nimmt die Energie der Verbrennung auf und speichert sie, bis sie benötigt wird. So lässt sich der Kessel gleichmäßig, sauber und sparsam betreiben.


Wenn Sie Ihre Pelletheizung mit Solarthermie ergänzen, können Sie die Heizung im Sommer ganz ausschalten, ohne auf warmes Wasser verzichten zu müssen. Mit großen Sonnenkollektoren auf dem Dach unterstützen Sie Ihre Warmwasseraufbereitung sogar im Winter.

 

 

Das sollten Sie unbedingt wissen

Nicht nur die Heizung, sondern auch die benötigten Pellets brauchen Platz. Die Größe des Lagerraums bemisst sich nach der Heizlast. Hier gilt die Faustregel 1Kw Heizlast = 0,9 m³ Lagerraum. Optimal sind rechteckig längliche Räume, die mindestens 2 m hoch sind. Hier lassen sich spezielle Silos oder Gewebetanks aufstellen, die die Pellets trocken und vor Licht geschützt aufbewahren.


Wenn Sie die Anlage selbst befüllen, empfiehlt es sich, Silo oder Tank direkt neben dem Kessel zu platzieren. Sie mögen es weniger aufwändig? Dann greifen Sie auf automatische Transportsysteme wie Förderschnecken oder Vakuumpumpen zurück. Diese kosten zwar zusätzlich Geld, bringen die Presslinge aber direkt in den Kessel ein, ohne dass Sie selbst aktiv werden müssen.


Bei der Förderschnecke sollten Sie die Pellets ebenfalls direkt neben der Heizung oder in einem angrenzenden Raum lagern, denn das System rotiert, um das Holz in den Kessel zu befördern. Mit einer Vakuumpumpe sind sie flexibler. Sie saugt das Brennmaterial vom Lager, das bis zu 25 Meter entfernt sein kann, in den Kessel.

Die Lage des Lagerraums ist wichtig: Die Pellets werden per Tankwagen angeliefert und über einen maximal 30 m langen Pumpschlauch in Ihren Lagerraum eingeblasen. Planen Sie daher Ihren Lagerraum in der Nähe der Hauszufahrt. Denken Sie daran, dass der Befüllstutzen für das Lager optimalerweise von außen zugänglich sein sollte. Sie müssen auf einen innenliegenden Lagerraum zurückgreifen? Dann achten Sie darauf, dass das Einblas- und Abluftrohr bei der Installation bis an die Außenmauer geführt werden.

Ein bisschen Pflege muss sein

Beim Verbrennen von Holz entsteht Asche. Sie wird in einem sogenannten Aschebehälter aufgefangen, den Sie alle ein bis zwei Wochen leeren sollten. Befreien Sie auch Brennkammer und Brenner in Abständen von vier bis sechs Wochen von Ascheresten. Wenn Sie am Ende einer Heizperiode noch das leere Pelletlager ausfegen, pflegen Sie Ihre Anlage optimal.  

Die Alternativen zum Pelletkessel

Neben dem oben beschriebenen Pelletkessel, gibt es den Kombikessel. Er verbrennt sowohl Pellets als auch Scheitholz und Hackschnitzel. Eingesetzt werden beide Varianten in der Regel in Ein- oder Mehrfamilienhäusern.

 

Der Pelletofen liefert hingegen weniger Energie und kann so nur einzelne Zimmer oder kleinere Wohnungen beheizen. Die erzeugte Wärme gibt er dabei direkt an den Raum ab. Öfen mit eingebauten Wärmetauschern können beim Aufbereiten von Warmwasser unterstützen.

Wie umweltfreundlich ist das Heizen mit Holz?

Holz setzt beim Verbrennen etwa 42 Gramm CO2 pro Kilowattstunde frei. Die gleiche Menge würde beim natürlichen Verrotten entstehen. Aus diesem Grund gilt Holz als CO2-neutraler Brennstoff. Zudem ist er in Deutschland in ausreichender Menge verfügbar. Das verkürzt die Transportwege erheblich und verbessert die Klimabilanz zusätzlich.

CO2-Ausstoß verschiedener Brennstoffe
Quelle: Institut Wohnen und Umwelt, Bundesverband der deutschen Gas- und Wasserwirtschaft

Mit welchen Kosten muss ich bei einer Pelletheizung rechnen?

Eine Pelletheizung ist nicht günstig. Wenn Sie zusätzlich zum Kessel den Pufferspeicher, das Lager für die Pellets, ein separates Fördersystem, Solarthermie und den Einbau einkalkulieren, kommen für ein 140 m² großes Einfamilienhaus mit einem Wärmebedarf von 20.000 Kilowattstunden schnell zwischen 20.000 und 25.000 Euro zusammen. Ein für ein Mehrfamilienhaus passendes System liegt sogar bei über 100.000 Euro.  

Tipp: Kalkulieren Sie auch die professionelle Wartung mit ein

Sie sollten Ihre Pelletheizung jährlich warten lassen. Rechnen Sie bei Ein- und Zweifamilienhäusern mit Kosten von circa 180 Euro. Bei kleinen Mehrfamilienhäusern schlägt die Wartung mit etwa 300 Euro pro Jahr zu Buche. Wenn Sie mit der Fachfirma Ihres Vertrauens einen Wartungsvertrag abschließen, müssen Sie nicht jedes Jahr einen neuen Handwerksbetrieb suchen, sondern sparen auch noch Kosten.


Kalkulieren Sie zudem die jährlichen Besuche des Schornsteinfegers, der den Kamin reinigt und prüft, mit 100 bis 200 Euro ein. Da Pelletheizungen etwas reparaturanfälliger als Öl- oder Gasheizungen sind, schadet es nicht, auch darauf finanziell vorbereitet zu sein.

Gibt es bei den hohen Anschaffungskosten überhaupt noch Vorteile?

Der Kostenvorteil einer Pelletheizung gegenüber fossilen Brennstoffen zeigt sich erst im laufenden Betrieb. Auch wenn die Kosten für die Pellets im Vergleich zum Sommer 2021 um gut 125 % gestiegen sind, kann sich das Heizen mit Holz lohnen. Ein Kilo Pellets kostete im Juli 2022 50,78 Cent, eine Kilowattstunde Wärme aus Presslingen lag bei 10,61 Cent. Zudem sind Pellets von der Energiesteuer befreit, unterliegen nicht der CO2-Bepreisung und der Mehrwertsteuersatz liegt bei 7 %. Daraus ergibt sich ein deutlicher Preisvorteil von 33 % gegenüber Öl und Erdgas.  

Die hohe Förderung macht das klimaneutrale Heizsystem attraktiv

Sie wissen jetzt, dass Pelletheizungen umweltfreundlich und im Betrieb sparsamer als herkömmliche Heizsysteme sind. Sehr gute Argumente für den Austausch Ihrer alten Heizung. Nur die hohen Anschaffungskosten sprechen dagegen? Dann haben wir gute Nachrichten für Sie: Im Rahmen der Bundesförderungen für effiziente Gebäude (BEG) fördert das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) die Pelletheizung mit bis zu 15 Prozent. Tauschen Sie Ihre Öl-, Kohle- oder Nachtspeicherheizung oder Ihre mindestens 20 Jahre alte Gasheizung gegen die umweltfreundliche Variante aus, winkt sogar eine Prämie von insgesamt 25 Prozent. Förderfähig ist übrigens nicht nur die Heizung, sondern sind auch weitere Maßnahmen wie die Installation und die Inbetriebnahme der Anlage.


Und falls Sie selbst kein Experte in Sachen erneuerbare Energien sind, zahlt Ihnen das BAFA 80 % des Honorars für einen Energieeffizienz-Experten.  

Welche Förderungen gibt es noch?

Interessant ist auch der  KfW BEG Wohngebäudekredit Effizienzhaus. Wenn Sie Sanieren, können Sie ein Darlehen von maximal 150.000 Euro pro Wohneinheit beantragen und sich über einen Tilgungszuschuss von bis zu 37.500 Euro freuen. Sie können diesen Kredit auch bei einem Neubau mit der Energieeffizienzklasse 40 NH in Anspruch nehmen. Mit einer Darlehenssumme von 120.000 Euro und einem Tilgungszuschuss von 6.000 Euro, lässt sich eine Menge umsetzen.

Gut zu wissen: Ergänzend zu den Programmen des BAFA und der KfW gibt es regionale Förderprogramme. Sie sind meist zeitlich befristet und werden von Energieversorgern oder Kommunen vergeben. Auch hier haben Energieberater einen guten Überblick und helfen Ihnen gern weiter.  

Kommt eine Pelletheizung für mich in Frage?

Da wir Ihre Immobilie nicht kennen, können wir diese Frage nicht abschließend beantworten. Lassen Sie sich daher umfassend von einer Fachfirma oder einem Energieeffizienz-Experten beraten. Nur so stellen Sie sicher, dass der Einbau einer Pelletheizung die gewünschten Vorteile für Sie bringt. Möglicherweise müssen Sie zuerst andere Sanierungsmaßnahmen am oder im Haus vornehmen - beispielsweise dämmen - damit die neue Holzheizung effizient arbeitet.


Ein Gespräch mit den Experten war erfolgreich und die umweltfreundliche Heizung kommt für Ihre Immobilie in Frage? Dann freuen Sie sich auf eine gute Ökobilanz, überschaubare Kosten im laufenden Betrieb und auf einen sicheren Nachschub an heimischem Brennstoff.  

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