Knappe Rohstoffe und unsichere Lieferketten können für Unternehmen zur besonderen Herausforderung werden. Ein Ausweg kann die Kreislaufwirtschaft, auch Circular Economy genannt, sein. Sie hält Materialien möglichst lange im Kreislauf und wird von Bund, Ländern und der EU aktiv gefördert.
Was genau versteht man unter Circular Economy?
Bei der Circular Economy werden Rohstoffe nicht nach einmaligem Gebrauch entsorgt, sondern wiederverwendet, aufbereitet und recycelt. Das Ziel ist, Material- und Energiekreisläufe zu verlangsamen, zu verringern und zu schließen. Das spart Ressourcen, senkt Abfall und Emissionen und stärkt die Wettbewerbsfähigkeit eines Unternehmens.
Bringt Circular Economy wirklich wirtschaftliche Vorteile?
Der wirtschaftliche Nutzen von geschlossenen Kreislaufen ist enorm. Unternehmen sind damit deutlich unabhängiger von externen Rohstoffen aus geopolitisch kritischen Regionen. Das erhöht die Stabilität und senkt die Kosten nachhaltig.
Ein Beispiel: Wenn noch intakte Bauteile einer Maschine neu aufbereitet werden, statt sie zu ersetzen, kann der Materialeinsatz um bis zu 80 Prozent sinken. Produkte können so nicht nur günstiger hergestellt werden, sondern tragen auch zu einer besseren Umweltbilanz bei.
Digitalisierung als Schlüssel
Ein zentraler Baustein in der Kreislaufwirtschaft ist der geplante Digitale Produktpass (DPP). Der DPP bündelt Informationen zu Materialien, Reparatur- und Entsorgungsmöglichkeiten eines Produkts. Das schafft Transparenz und ermöglicht neue, datenbasierte Geschäftsmodelle. Ab 2027 wird der digitale Produktpass in der EU schrittweise verpflichtend. Zunächst wird der digitale Batteriepass eingeführt. Weitere Branchen sollen folgen, beispielsweise der Bausektor und die Stahlindustrie sowie die Elektronikbranche, die Textil- und Verpackungsindustrie.
Fazit: Wer seine Produktdaten frühzeitig digitalisiert, sichert sich einen unternehmerischen Vorsprung: Durch die hohe Transparenz steigt das Vertrauen der Kunden.
Wie wird Circular Economy gefördert?
Attraktive, bundesweite Förderprogramme der KfW für Umwelt, Energie- und Ressourceneffizienz sowie Innovation und Digitalisierung unterstützen das Vorhaben, nachhaltiger zu produzieren. Auch die Landesförderinstitute bieten interessante Förderprogramme an.