Was ist nachhaltige Landwirtschaft?

Das Ziel der nachhaltigen Landwirtschaft ist es, Ressourcen zu sparen und die Umwelt zu schonen. Die Gleichsetzung von „nachhaltig“ mit „ökologisch“ ist allerdings zu kurz gesprungen. Auch konventionelle Betriebe können Beiträge zu mehr Nachhaltigkeit in der Landwirtschaft leisten. Damit Landwirte die dafür notwendigen Investitionen stemmen können, bieten die Rentenbank und andere Förderinstitute spezielle Förderprogramme an.

Nachhaltigkeit ist das Schlagwort und die Herausforderung unserer Zeit. Zahlreiche landwirtschaftliche Betriebe haben bereits den Weg der konsequenten Nachhaltigkeit eingeschlagen. Dabei muss nachhaltig nicht unbedingt „Bio“ und „Öko“ sein. Im Vordergrund steht das ressourcenschonende Wirtschaften.  

Nachhaltigkeit bedeutet ressourcenschonend zu wirtschaften

Nachhaltigkeit bedeutet heute schon an morgen zu denken. Im Kern geht es darum, sparsam mit Ressourcen umzugehen, so dass sie auch künftigen Generationen noch zur Verfügung stehen. Umweltschädliche Emissionen sollen nur in dem Ausmaß ausgestoßen werden, dass die Umwelt sie mit Hilfe ihrer Selbstreinigungskraft neutralisieren kann. Eine nachhaltige Landwirtschaft produziert hochwertige Lebensmittel und schont dabei Ressourcen und Umwelt.

Die Ziele von nachhaltiger Landwirtschaft

Bei einer nachhaltigen Landwirtschaft geht es um:

  • Den Erhalt und die Verbesserung der Produktivität der Böden
  • Eine Minimierung der schädlichen Auswirkungen auf Klima, Boden, Wasser, Luft und Artenvielfalt sowie die Gesundheit der Menschen
  • Möglichst wenig nichterneuerbare und auf Erdölbasis hergestellte Betriebsmittel einzusetzen und sie durch erneuerbare zu ersetzen.
  • Ein Miteinander mit der lokalen Bevölkerung
  • Eine qualitative und quantitative Befriedigung des menschlichen Grundbedürfnisses an Nahrung, auch für zukünftige Generationen
  • Eine verlässliche Beschäftigung mit zufriedenstellenden Einkommen, guten Lebens- und Arbeitsbedingungen für alle in der Landwirtschaft tätigen Menschen
  • Die Stärkung des Landwirtschaftssektors, um gegenüber natürlichen (z. B. klimatischen) und wirtschaftlichen (z. B. hohe Preisschwankungen) Risiken weniger anfällig zu sein.
  • Die Förderung von Institutionen, die eine aktive Teilhabe aller beteiligten Akteure fördern.

Was ist nachhaltiger: konventionelle oder ökologische Landwirtschaft, industrielle oder kleinbäuerliche Produktion?

Dies ist meist die Kernfrage in der Diskussion um eine nachhaltige Landwirtschaft. Doch so einfach ist diese leider nicht zu beantworten. Denn Nachhaltigkeit lässt sich nicht allein auf ökologische Landwirtschaft reduzieren, sondern hängt von vielen Faktoren ab.

 

Im ökologischen Landbau herrscht eine größere Biodiversität und eine geringere Schadstoffbelastung als bei konventionell wirtschaftenden Betrieben, insbesondere durch den Verzicht auf mineralische Dünger und chemischen Pflanzenschutz. Dies hat allerdings zur Folge, dass im Ökolandbau pro erzeugter Einheit mehr Fläche benötigt wird. Es entsteht die so genannte Ertragslücke. Durch den erhöhten Flächenbedarf ergeben sich höhere Netto-Emissionen von Treibhausgasen.

 

Ein großer Vorteil der industriellen Landwirtschaft ist die Innovationskraft. Mit modernster Technik, künstlicher Intelligenz und Agrardrohnen können Flächen pflanzengenau bearbeitet, Tiere individuell betreut werden. Der Betrieb arbeitet ressourcenschonender – und damit nachhaltiger.

 

Die Fragestellung muss daher nicht konventionell oder ökologisch, kleinbäuerlich oder industriell lauten, sondern: Wie nachhaltig wirtschaftet der einzelne Betrieb?

Wie Landwirte von nachhaltiger Produktion profitieren

Der Wunsch, etwas Gutes für die Umwelt und künftige Generationen zu tun, ist ein wichtiger Antrieb, den Hof nachhaltig zu bewirtschaften. Doch Investitionen können sich auch finanziell auszahlen. So können Sie durch eine verbesserte Energieeffizienz langfristig Kosten für die Heizung oder Kühlung von Wirtschaftsgebäuden einsparen. Mit der Produktion von Bio-Nahrungsmitteln können neue Zielgruppen angesprochen werden. Und die selbstständige Erzeugung von Strom und Wärme aus erneuerbaren Energien erhöht Ihre Unabhängigkeit von Energieversorgern und kann eine zusätzliche Einnahmequelle schaffen, wenn Sie die Energie ins öffentliche Netz speisen.

Fördermittel für nachhaltige Landwirtschaft

Mehr Nachhaltigkeit in der Landwirtschaft ist ein zentrales Anliegen der Gesetzgeber auf europäischer, staatlicher und regionaler Ebene. Daher werden Fördergelder und eine Vielzahl von Programmen bereitgestellt, die die Landwirte bei laufendem Betrieb und bei Investitionen unterstützen sollen.

 

Ein wichtiges Standbein für Öko-Landwirte sind die Flächenprämien. Hierbei handelt es sich um flächenbezogene Zuschüsse für die Einführung und Beibehaltung ökologischer Anbauverfahren.

 

Für die teils kostspieligen Investitionen bieten die Rentenbank als zentrale Förderbank für die deutsche Landwirtschaft sowie die Förderinstitute der Bundesländer zinsgünstige Förderkredite an, darunter die Programme Nachhaltigkeit (243) und „Energie vom Land (255 / 256)“. Auf der Seite Förderung von Nachhaltigkeit in der Landwirtschaft können Sie mehr über die Förderkredite erfahren.

Nachhaltigkeit in der Landwirtschaft:

  • Nachhaltigkeit = ressourcenschonendes Wirtschaften
  • Nachhaltig ist nicht zwangsweise ökologisch; jeder Betrieb kann nachhaltig arbeiten
  • Zahlreiche Förderprogramme zur Umsetzung nachhaltiger Vorhaben