Hausbau: 4 kombinierbare Fördermittel für Familien

Wer ein Haus bauen möchte, der steht oft vor der großen Herausforderung der Finanzierung. Kredite sind aktuell extrem zinsgünstig zu haben, dennoch kann der Bau eines Hauses eine große finanzielle Last darstellen - vor allem für Familien mit Kindern. Fördermittel können dabei helfen, diese Gesamtbelastung etwas zu mindern. Wer Fördermittel clever kombiniert, kann viel Geld sparen.

 

Mittlerweile gibt es aber eine Vielzahl an Fördermitteln: Investitionszuschüsse, zinsgünstige Förderkredite mit und ohne Tilgungszuschüsse, usw. Hier den Überblick zu wahren, fällt oft schwer.

Welche Fördermittel kann eine Familie mit 2 Kindern nutzen, um die Finanzierungslast zu verringern?

Diese Fördermittel sind möglich

Unsere Beispielfamilie Müller mit zwei minderjährigen Kindern möchte ein Haus bauen, um es selbst zu bewohnen. Dafür können Sie den zinsgünstigen Förderkredit des KfW-Wohneigentumsprogramms beantragen. Da es sich bei dem neu gebauten Haus um ein Energieeffizienzhaus handelt, kommt zudem der KfW-Förderkredit „Energieeffizient Bauen“ für die Müllers in Frage.

 

Für die Planung ihres Energieeffizienzhauses engagiert Familie Müller einen sogenannten Energieeffizienz-Experten. Die anfallenden Kosten für diesen Experten kann sich Familie Müller über den KfW-Zuschuss „Energieeffizient Bauen und Sanieren – Zuschuss Baubegleitung“ teilweise zurückholen.

 

Der Staat fördert derzeit vor allem Familien beim Erwerb von Wohneigentum und bietet diesen Familien das sogenannte Baukindergeld an - für ihre zwei Kinder erhalten die Müllers so noch einmal 24.000 Euro als Zuschuss.

Die kombinierbaren Fördermittel auf einen Blick:

  • KfW „Energieeffizient Bauen“ (153): Förderkredit bis zu 120.000 Euro und einem Tilgungszuschuss bis zu 30.000 Euro (je nach erreichtem KfW Effizienzhaus-Standard)
  • KfW Wohneigentumsprogramm (124): Förderkredit bis zu 100.000 Euro
  • Baukindergeld: Zuschuss von 12.000 Euro pro Kind
  • KfW Energieeffizient Bauen und Sanieren - Zuschuss Baubegleitung (431): bis zu 4.000 Euro

Die nachfolgende Beispielrechnung zeigt eine entsprechende Gegenüberstellung der Kosten und die mögliche Finanzierung durch die angesprochenen Fördermittel.

Die Beispielrechnung für Familie Müller

Familie Müller benötigt insgesamt 670.000 Euro für den Bau ihres Traumhauses: 140.000 Euro für das Grundstück, 450.000 Euro für das Energieeffizienzhaus und 80.000 Euro für die anfallenden Nebenkosten. Die Müllers verfügen über Eigenkapital in Höhe von 50.000 Euro, somit müssen 620.000 Euro finanziert werden.

Förderkredite der KfW für die Finanzierung

Familie Müller kann 220.000 Euro über die KfW-Förderkredite "KfW-Wohneigentumsprogramm" und "Energieeffizient Bauen" finanzieren. Für die verbleibenden 400.000 Euro kann Familie Müller bei ihrer Hausbank einen Kredit mit einer Laufzeit von 25 Jahren beantragen.

 

Das Haus der Müllers soll ein Energieeffizienzhaus werden - und zwar mit dem höchsten KfW-Standard: KfW 40 plus. Dafür gibt es zusätzlich zum Förderkredit einen Tilgungszuschuss von 30.000 Euro.

Investitionszuschuss für den Energieeffizienz-Berater nutzen

Die Baubegleitung durch einen Energieeffizienz-Experten ist förderfähig. Die Förderung für Familie Müller erfolgt dafür in Form eines Zuschusses in Höhe von 50 % der Kosten der Baubegleitung. Sie erhalten maximal 4.000 Euro.

Berechnung der zu zahlenden Raten

Dank der derzeitigen Niedrigzinsphase zahlt Familie Müller nur 0,9 % Zinsen für den Hausbankkredit in Höhe von 400.000 Euro. Die monatliche Rate beträgt somit 1.545 Euro.

 

Hinzu kommt ein KfW Förderkredit Energieeffizient Bauen über 120.000 Euro. Bei derzeit 0,95 % Zinsen ergibt sich dadurch eine monatliche Rate von 466 Euro. Werden alle Anforderungen erfüllt, erhält Familie Müller nach Abschluss der Bauarbeiten einen Tilgungszuschuss in Höhe von 30.000 Euro.

 

Über das KfW-Wohneigentumsprogramm werden die restlichen 100.000 Euro finanziert - bei 0,84 % Zinsen beträgt die monatliche Rate 384 Euro.

 

Insgesamt muss Familie Müller bei Inanspruchnahme der Förderungen eine monatliche Rate von 2.395 Euro zahlen.

 

Das beantragte Baukindergeld bringt Familie Müller über 10 Jahre verteilt zusätzlich einen Zuschuss von insgesamt 24.000 Euro. Sie erhalten damit pro Jahr 2.400 Euro, das entspricht 200 Euro pro Monat. In den ersten 10 Jahren reduziert sich somit die monatliche Gesamtrate um 200 Euro auf 2.195 Euro.

 

Aber was hat Familie Müller jetzt im Vergleich zu einer Finanzierung ohne Fördermittel gespart?

Kosten ohne Fördermittel

Nimmt Familie Müller keine Fördermittel in Anspruch, ergibt sich folgendes Bild:  

Die Müllers beantragen für den Hausbau bei ihrer Hausbank ein Darlehen über 620.000 Euro mit einem Zinssatz von 0,90 %. Die monatliche Rate beträgt bei einer Laufzeit von 25 Jahren 2.394 Euro. Pro Monat scheint das Hausbankdarlehen auf den ersten Blick also einen Euro pro Monat bzw. 120 Euro auf 10 Jahre summiert günstiger.

 

Allerdings erhält Familie Müller den Tilgungszuschuss von 30.000 Euro für das Effizienzhaus, 4.000 Euro für die Energieeffizienzberatung und das Baukindergeld in Höhe von 24.000 Euro nur bei Nutzung der Fördermittel.

Mit Fördermitteln fast 60.000 Euro gespart

Wenn wir nun beide Modelle vergleichen, ergibt sich für die Familie Müller bei Inanspruchnahme der vier Fördermittel bereits nach 10 Jahren eine Ersparnis von 58.880 Euro!

 

Fördermittel lohnen sich also, insbesondere in der derzeitigen Niedrigzins-Periode.

* Es handelt sich um eine Beispielrechnung und kein konkretes Finanzierungsangebot mit einem angenommenen Zinssatz für ein Hausbankdarlehen. Eine einwandfreie Bonität wird vorausgesetzt, die Prüfung obliegt der Hausbank. Zusätzlich fallen ggf. noch Kosten im Zusammenhang mit der Bestellung der Grundschulden (im KfW-Wohneigentumsprogramm (124) verpflichtend) an, wie Notarkosten, Kosten der Sicherheitenbestellung sowie Kosten für die Gebäudeversicherung. Alle Angaben sind ohne Gewähr. Die Werte sind auf volle Euro gerundet.

 

Konditionen der KfW Stand 3. November 2020 (10 Jahre Zinsbindung)